NEUES MANIFEST
 



 
 


 Neufassung meines
Manifests "Kunst und Wirklichkeit" aus dem Jahr 2000 :

 

1
Ich gehe lieber ins Theater als ins Kino.
Auch ziehe ich den Stadtspaziergang dem Wandern in der freien Natur vor.

2
Es widerstrebt mir, von Kunstergüssen vereinnahmt zu werden,
Mitmachkunst ist auch nicht meine Sache.
Und ich taste mich ungern durch dunkle Objekte zum Zweck der Selbsterfahrung.

 Ich hasse  "Events" und die derzeit grassierende Kulturbeflissenheit.

Im Großen und Ganzen bin ich für den gegenwärtigen Kulturbetrieb ungeeignet.

 

3
Fotos sind für mich in erster Linie Dokumente und selten Kunstwerke.
Ich kann ihnen nur wenig Interesse abgewinnen.

 

4
Künstler, die sich als Bürgerschreck gerieren, langweilen mich.
Gutbürgerliche Spießigkeit ist heute out, zeitgeistiger Klamauk in.
Humor ist Mangelware.

 

5
Bei der Entsorgung des traditionellen Kunstbegriffs scheint auch die Unterscheidung
von Kunst und Kunstgewerbe auf der Strecke geblieben zu sein.
Kunstgewerbe interessiert mich nur mäßig.

 

6

Pop spielt in meiner Kunst seit einiger Zeit eine gewisse Rolle.

Die Popkultur hat ein doppeltes Gesicht:
Pop will populär sein und hebt sich dadurch von  verstiegen elitären
akademische Kunstübungen wohltuend ab.
Pop macht andererseits das Vulgäre, Triviale, Seichte und Geschmacklose salonfähig,
oft ohne der Kunst dadurch spürbare Vitalität zu verleihen.

 

7
Installations- und Videokunst betrachte ich in der Regel als Eskapismus.
Moderne Informations- und Reproduktionstechnologie dagegen halte ich für den Künstler
für unverzichtbar

.

8

Was mich an der handelsüblichen Gegenwartskunst anödet sind

ästhetische Beliebigkeit,

Sinnleere

und elitäre Abgehobenheit.

 
 

9
Meinen gegenwärtigen Stil nenne ich "postmodernen Realismus",
da ich mich der post-modernen Methode der Adaption und des Zitats bediene.

 

10
Ich verstehe mich als Moralist, was bedeutet, dass meine Malerei in der Regel
eine erkennbare ethische Realität besitzt.

 

mehr unter www.diewahrheitindermalerei.de


 

  drawing 
  
Angry Crowd, 2010
 


© Klaus Gropper 2001 - 2009